Angekommen!

Da ist es wieder, dieses herrliche Gefühl! Ich bin für für zwei Tage auf einem Slowboat und fahre von der thailändisch-laotischen Grenze etwa 300 km nach Luang Prabang, in die Perle von Laos und sicher eine der schönsten Städte Südostasiens. Der Mekong hat noch recht viel Wasser für die Jahreszeit und wir tuckern gegen die Strömung an Feldern vorbei, im Hintergrund die immer höher werdenden, dicht bewaldeten Berge. Hin und wieder kommen uns Boote entgegen, voll beladen mit Waren oder Menschen, die uns freundlich winken. Herrlich, Asien wie aus dem Bilderbuch! Die Landschaft ist großartig und in diesem Moment fühle ich mich angekommen auf meiner Reise 2018, die mich in den nächsten Wochen weiter nach Uganda, Ruanda, Sansibar und in den Oman führen wird.

Die Woche in Thailand ist vorbei und auf eine Art bin ich froh, nun in Laos zu sein. Von meinem kurzen Aufenthalt vor ein paar Jahren weiß ich, dass hier alles etwas langsamer und beschaulicher ist – genau das, worauf ich große Lust habe und für mich zu den schönen Seiten des Reisens zählt. Thailand berührt mich leider nicht mehr wie früher, auch wenn es nach wie vor ein wunderschönes Reiseland ist. Was ich echt ätzend finde sind die vielen alten Säcke, die sich einmal im Jahr so richtig was gönnen. Und die Horden junger Backpacker, die halb nackt Tempel besichtigen und durch die Orte laufen sind auch nicht viel besser.

Was mich sehr zufrieden macht ist die Erkenntnis, dass alleine reisen immer noch gut für mich funktioniert. Ich bin überrascht, wieviele nette Unterhaltungen ich schon geführt habe, darunter auch einige, wirklich spannende und inspirierende Begegnungen. Besonders beeindruckt hat mich ein wirklich crazy Typ aus Oregon, der mit seinen 64 Lenzen für sechs Monate mit einem Rucksack reist, der kleiner ist als mein Handgepäck. Ich habe natürlich wieder zu viel eingepackt – aber zwei paar Socken, zwei T-Shirts usw. wären mir dann doch etwas zu wenig. Wohin sollte ich denn die geschätzten drei Kilo Sonnencreme, Duschgel, Moskitoschutz & Zahnpasta packen?

Nach einer Woche unterwegs bin ich nun richtig im Reisemodus und habe Lust auf viele weitere Erlebnisse und Begegnungen!

Den richtigen Moment getroffen

Wie unterschiedlich Menschen auf die Kamera reagieren! Während sich auf Madagaskar die Kids oft fast vor die Kamera gedrängt haben, ist es hier viel schwieriger eine Aufnahme mit natürlich wirkenden Gesichtern zu machen. Hier hat das Versprechen geholfen, einen Ausdruck von dem Bild zu bekommen. In einem Moment der Ablenkung ist dieses schöne Bild entstanden.

Reise in die Vergangenheit

Mit meinem ersten Beitrag möchte ich dich auf eine kleine Reise in die Vergangenheit einladen, genauer gesagt in den Monat Januar 1988. Die perfekte Reisezeit für Thailand mit sonnigen und nicht zu heißen Tagen und kühlen, klaren Nächten in den Bergen.

Auf meiner ersten Reise außerhalb Europas und alleine mit dem Rucksack unterwegs wollte ich die Welt kennenlernen. Während einer dreitägigen Trekkingtour zu damals noch entlegenen Bergdörfern habe ich den ersten richtigen Sternenhimmel meines Lebens gesehen, nein erlebt – gesehen ist zu klein und unbedeutend für diesen Moment. Es war bitterkalt, mein Schlafsack viel zu dünn, geschlafen wurde auf dem Boden, in Häusern aus Holz und auf Pfählen. Unter dem Haus waren Schweine und Hühner, die wohl genau wie ich kein Auge zugetan hatten. Kurzum, die Nächte waren eigentlich die Hölle und ich war froh, als im Morgengrauen die Frauen vor dem Haus Feuer machten, um Suppe für die Familie zu kochen. Ich war fasziniert von der fremden Welt und voller Bewunderung für die Menschen, die mit Hingabe ihrer Arbeit nachgingen.

Für mich erschloss sich damals eine ganz neue Welt. Unter diesem Himmelszelt aus Millionen funkelnder Sterne erlebte ich das erste Mal dieses unbeschreibliche Gefühl, das unsere wunderschöne Erde in mir auslösen kann!

30 Jahre später bin ich wieder hier in der Gegend und heute auf der Busfahrt musste ich daran denken, dass genau hier meine Leidenschaft fürs Reisen entfacht wurde und mein weiteres Leben entscheidend geprägt hat.