Madagaskar: Herzensland!

Die Welt ist ein Buch, und wer nicht reist, liest davon nicht eine einzige Seite.

Augustinus Aurelius

Einen besonderen Teil des wundervollen Buchs durfte ich auf unserer Reise durch Madagaskar kennenlernen. Zwischenzeitlich liegt unser Besuch auf der viertgrößten Insel der Erde sechs Monate zurück und es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht an das Land denke.

Was für ein besonderes Land!

Madagaskar ist kein Paradies! Bittere Armut, Umweltzerstörung und die schlechte Infrastruktur sind allgegenwärtig. Die traumhaften Landschaften und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt sind bedroht. Auch in Nationalparks werden täglich illegal Bäume geschlagen und damit wertvoller Lebensraum für die über 100 Lemurenarten und viele weitere einzigartige Tier- und Pflanzenarten für immer vernichtet.

Und dann ist da die andere Seite Madgaskars: lachende Kinder, freundliche Menschen, wunderschöne und vielfältige Landschaften und jede Menge Tiere und Pflanzen, die es nur dort gibt. Noch kann man die Naturschätze bewundern. Und weil überall dort, wo Touristen hinreisen, Tiere und Natur besser geschützt werden als in anderen Gegenden des Landes, würde ich mich freuen, wenn mehr Gäste kommen und den Menschen damit deutlich machen, dass dieser Schatz nicht weiter zerstört werden darf. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Anja Community Reserve, das die Bevölkerung vor Ort zum Schutz der Ringelschwanz-Lemuren eingerichtet hat und nun von den Eintrittsgeldern in Schulen und Infrastruktur investieren kann. Der Kurzfilm Guardians of Anja bietet einen tollen Eindruck von dem einzigartigen Reservat.

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Mein Lieblingslemur:
der Katta!

Im Anja Park im Süden Madagaskars leben etwa 300 dieser bezaubernden Tiere. Wir waren direkt nach Sonnenaufgang im Park und konnten sie beim morgendlichen Sonnenbad beobachten!

 

Viel mehr als nur eine Reise

Auf meinen Reisen kreuz und quer durch die Welt haben einige Länder einen besonderen Fußabdruck auf meiner Seele hinterlassen haben. Guatemala, Myanmar, Madagaskar – alles Länder, die mit großen Problemen kämpfen und die Menschen ihren Alltag mit einer bewundernswerten Stärke und positiven Ausstrahlung bewältigen. Meine Herzensländer sind nicht unbedingt auch meine Lieblingsreiseländer, die ich bedenkenlos für einen unbeschwerten Urlaub weiterempfehlen würde. Freudige und traurige Eindrücke liegen oft nur Minuten auseinander. Dennoch zählen für mich denau diese Reisen, von denen mehr bleibt als schöne Erinnerungen, zu den wertvollsten Geschenken meines Lebens.

Durch Reisen bin ich dankbarer geworden für unser Leben in Europa, aber auch traurig über die ungerechte Verteilung von Chancen und Wohlstand. Entgegen vieler Vorurteile arbeiten die meisten Menschen in diesen Ländern sehr hart und verdienen dennoch nicht genug, um sich und ihren Familien ein gutes Leben zu ermöglichen. Wer mit offenen Augen reist, sieht sehr deutlich, wie das Leben sein kann, wenn man nicht das Glück hatte, in einem wohlhabenden und freien Land geboren zu sein.

Impressionen aus Madagaskar

Unsere Reise hat uns zu den landschaftlichen Highlights und den schönsten Nationalparks im Westen, Süden und Osten Madagaskars geführt. Wenn du mehr wissen möchtest, kannst du mich gerne kontaktieren!

Lemuren – so vielfältig wie die Insel

Seit Madagaskar vor 150 Millionen Jahren vom afrikanischen Kontinent getrennt wurde, konnten sich auf der Insel über 100 Lemurenarten entwickeln. Die Primaten haben sich perfekt auf die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der Regionen angepasst. Ähnlich wie in Australien die Beuteltiere, konnten die Lemuren auf Madagaskar eine Vielzahl unterschiedlichster Arten hervorbringen. Der kleine Mausmaki bringt gerade mal etwas über 30 Gramm auf die Wage bei einer Körpergröße von ungefährt zehn Zentimetern. Die größte Lemurenart – der Indri – ist etwa 90 cm groß und bis zu neun Kilo schwer und beeindruckt mit seinem Morgengesang, der auf eine Entfernung von mehr als zwei Kilometern zu hören ist. Ich hätte mir vor der Reise nie träumen lassen, dass wir so viele Begegnungen mit unterschiedlichen Arten haben werden!

Die Menschen – Asien trifft Afrika

Die Bevölkerung der Insel ist offiziell in 18 Ethnien unterteilt, die über die ganze Insel verstreut sind. Die ersten Bewohner kamen aus dem Umkreis des indonesischen Archipels und besiedelten hauptsächlich das fruchtbare Hochland. Später kamen Einwanderer aus dem Osten Afrika hinzu, die sich hauptsächlich als Fischer an den Küsten niederließen. Auch heute noch gibt es relativ wenig Misch-Ehen zwischen den Volksgruppen,  daher gibt es nach wie vor viele regionale Besonderheiten.

Neben der faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt sind es die freundlichen Menschen, die Madagaskar zu einem unvergesslichen Land machen. Bei meiner nächsten Reise auf die Insel werde ich einen kleinen Sofortbild-Drucker mitnehmen und die Aufnahmen teilen.

Leider haben sich viele internationale Hilfsorganisationen aus Madagaskar zurückgezogen, weil umfangreiche Projekte unter den dortigen Rahmenbedingungen schwierig zu realisieren sind. Eine tolle Initiative kommt von dem gemeinnützigen Verein Ärzte für Madagaskar mit Sitz in Leipzig, der in verschiedenen Communities die medizinische Versorgung in entlegenen Gebieten im Süden der Insel verbessert. Wer also mal ein paar Euro übrig hat und helfen möchte…

 

 

4 Kommentare zu „Madagaskar: Herzensland!“

  1. Hey Ralph,

    Herzensland trifft es hervorragend! Klasse Fotos- und Deine Einschätzung mit den „Herzensländern“ und „Lieblingsreiseländern“ (Weiterempfehlung) teile ich vollkommen.
    Alles Gute & weiterhin gute Reisen- Aylin

    Gefällt mir

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