Georgien: Schatzkiste im Kaukasus

„Als Gott die Länder verteilte und alle Völker dafür zusammen kamen, feierten die Georgier gerade mal wieder ein Fest. Sie tranken und sangen und vergaßen ihre Verabredung mit Gott. Doch der war von ihrer Fröhlichkeit und Lebensfreude so gerührt, dass er ihnen das Gebiet schenkte, das er eigentlich für sich reserviert hatte. Und so kam das georgische Volk zu seinem Land, das es Sakartvelo nannte.“

Mit diesem Mythos erzählen die Georgier gerne die Gründungsgeschichte ihres Landes. Und sie sind stolz auf ihr Land voller Naturschönheiten, ihren guten Wein und ihr gutes Essen – wie ich finde zurecht!

Reizvolle Kontraste

Wir haben Georgien als Land voller Gegensätze erlebt. Alt und neu, traditionell und modern, hässlich und schön, arm und reich zugleich. In vielen Orten und Städten ist der Aufbruch zu spüren und zu sehen. Häuser werden liebevoll restauriert, Kneipen und Restaurants entstehen und die Hauptstadt Tibilissi hat sich in den letzten Jahren still und heimlich zur östlichen Hauptstadt der Technoszene gemausert. Vor allem die jungen Bewohner sehen ihr Land und ihre Zukunft in Europa, viele ältere dagegen eher näher an Russland. Gemeinsam ist den knapp 4 Millionen Einwohnern die Sorge vor dem großen Nachbarn im Norden, der nach wie vor als Besatzer gesehen und erlebt wird.

Eindrücke aus Tibilissi

Im europäischen Vergleich ist Georgien ein armes Land, das bis jetzt mit den Folgen der Sowjetherrschaft und dessen Zerfall kämpft. Die reiche Kultur aber und seine Naturschönheiten haben uns komplett verzaubert. Unsere 11-tägige Reise hat uns nach Tibilissi, Signagi, Kutaisi, Mestia & Ushguli sowie nach Kazbegi geführt. Ein paar Eindrücke, die Georgien so besonders machen…

Tierische Erlebnisse

Kühe, Pferde, Schweine und Hunde spazieren im ländlichen Raum ohne Zäune nahezu an jedem Ort durch die Gegend. Besonders Kühe legen sich gerne mitten auf die Straße und bewegen sich auch nicht durch hupende Autos aus dem Weg. Vorsichtig fahren ist also angesagt, denn hinter jeder Kurve könnte eine Kuh oder ein anderes der genannten Tiere auf der Fahrbahn stehen oder liegen – oder ein verrückter Georgier im Auto auf der Überholspur entgegenrasen. Die sonst so gemütlichen und durch nichts aus der Ruhe zu bringenden Bewohner verwandeln sich hinterm Lenkrad und mit dem Fuß auf dem Gaspedal zum Tier. Überholen kein Problem, an jedem Ort zu jeder Zeit.

Auf den Hund gekommen

In Tibilissi gehören frei laufende oder schlafende Hunde mitten auf dem Weg zum Straßenbild. Jede Rasse, jede Größe. Im Gegensatz zu vielen anderen armen Ländern geht man in Georgien meist sehr liebevoll mit den Tieren um. Straßenhunde werden sterilisiert, bekommen einen Erkennungsknopf ins Ohr und es gibt öffentliche Futterstellen mit Nahrung und Wasser. Fast alle sind deshalb gut genährt, äußerst friedlich und wenn ein Hund ein Schläfchen mitten im Weg macht, laufen die Bewohner einfach Drumherum.

Unser Highlight: der Große Kaukasus

Unsere Lieblingsgegend ist die Hochgebirgsregion Swanetien rings um Mestia mit seinen eindrucksvollen Wehr- und Wohntürmen vor den imposanten Gletschern des Großen Kaukasus. Die gesamte Region Oberswanetien zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und es gibt viele tolle Wanderwege – von einfachen Kurzwanderungen bis hin zu mehrtätigen Trekkingtouren ist alles möglich. Nachdem wir im Regen gegen Nachmittag angekommen sind, hat es kurze Zeit später nach und nach aufgeklart und der Abend wurde noch richtig angenehm warm und sonnig.

Abendspaziergang in Mestia

Am nächsten Tag ging es mit dem Taxi nach Ushguli, weil unser Mietwagen-Anbieter die Strecke untersagt hatte. Auf den ersten Kilometern fühlten wir uns noch etwas veralbert, später wussten wir dann aber weshalb: Die letzten Kilometer ging es über Stock und Stein und teils durch tiefen Schlamm – die Tage zuvor hatte es wohl sehr viel geregnet. Heute aber war der Himmel strahlend blau und wir wurden auf der Wanderung mit tollen Eindrücken und vielen schönen Aufnahmen belohnt.

Wanderung von Ushguli zum Schchara-Gletscher

Mit etwas müden Beinen ging es am nächsten Morgen mit dem Auto nach Tsivrmi und von dort auf eine gemütliche Tour mit Picknick und vielen Pausen. Am frühen Nachmittag sollte Regen kommen, bis dahin wollten wir zurück sein und uns auf den Weg nach Kutaisi machen.

Wanderung von Tsvirmi nach Ieli

Auch schön: Klöster und tolle Ausblicke

Georgien ist definitiv auch das Land der Klöster. Wo immer wir gereist sind, war das nächste Kloster nicht weit. Entweder zentral im Ortszentrum gelegen oder hoch oben auf Bergkuppen mit traumhaften Ausblicken in die herrliche Landschaft. Wir konnten am Ende der Reise gar nicht entscheiden, welches uns am besten gefallen hat. Postkartenmotiv Nummer eins ist jedenfalls die Gergeta Sameba in Kazbegi, aber auch die Klöster von Mzcheta, in Kutaisi und anderen Orten waren bezaubernd.

Klein und fein: Signagi und Mzcheta

Beide Orte hatten wir vor der Reise zwar auf dem Schirm, wollten aber nur einen kurzen Stop einlegen. Geblieben sind wir in beiden Orten dann über Nacht, weil wir die ruhigen Abendstunden genießen wollten – mit kaum Besuchern und dementsprechend schöner Atmosphäre.

Kazbegi – regnet´s oder regnet´s nicht?

Der Grund weshalb unser Reiseplan von Beginn an etwas durcheinander geriet, war der Besuch in Kazbegi – eines der Top Highlights Georgiens. Schon bevor wir in Tibilissi landeten, wussten wir, dass der Trip hoch in die Berge bis an die russische Grenze verschoben werden muss. Der Grund: tagelang Regen! Und was macht man in den Bergen, wenn es regnet? Also legten wir die Etappe ans Ende der Reise, in der Hoffnung, dass es dann besser wurde. Und was soll ich sagen. Wir sind im Sonnenschein angekommen, dann hat es geregnet und am späten Nachmittag wurde es wieder schön. Die geplante Wanderung hinauf zur Gergeti-Sameba Kirche konnten wir zwar nicht machen, dafür sind wir die steile Straße mit dem Wagen gefahren und haben die Ausblicke rings um die Gergeti-Sameba Kirche einfach so genossen.

Madagaskar: Herzensland!

Die Welt ist ein Buch, und wer nicht reist, liest davon nicht eine einzige Seite.

Augustinus Aurelius

Einen besonderen Teil des wundervollen Buchs durfte ich auf unserer Reise durch Madagaskar kennenlernen. Zwischenzeitlich liegt unser Besuch auf der viertgrößten Insel der Erde sechs Monate zurück und es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht an das Land denke.

Was für ein besonderes Land!

Madagaskar ist kein Paradies! Bittere Armut, Umweltzerstörung und die schlechte Infrastruktur sind allgegenwärtig. Die traumhaften Landschaften und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt sind bedroht. Auch in Nationalparks werden täglich illegal Bäume geschlagen und damit wertvoller Lebensraum für die über 100 Lemurenarten und viele weitere einzigartige Tier- und Pflanzenarten für immer vernichtet.

Und dann ist da die andere Seite Madgaskars: lachende Kinder, freundliche Menschen, wunderschöne und vielfältige Landschaften und jede Menge Tiere und Pflanzen, die es nur dort gibt. Noch kann man die Naturschätze bewundern. Und weil überall dort, wo Touristen hinreisen, Tiere und Natur besser geschützt werden als in anderen Gegenden des Landes, würde ich mich freuen, wenn mehr Gäste kommen und den Menschen damit deutlich machen, dass dieser Schatz nicht weiter zerstört werden darf. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Anja Community Reserve, das die Bevölkerung vor Ort zum Schutz der Ringelschwanz-Lemuren eingerichtet hat und nun von den Eintrittsgeldern in Schulen und Infrastruktur investieren kann. Der Kurzfilm Guardians of Anja bietet einen tollen Eindruck von dem einzigartigen Reservat.

DSC_1687

Mein Lieblingslemur:
der Katta!

Im Anja Park im Süden Madagaskars leben etwa 300 dieser bezaubernden Tiere. Wir waren direkt nach Sonnenaufgang im Park und konnten sie beim morgendlichen Sonnenbad beobachten!

 

Viel mehr als nur eine Reise

Auf meinen Reisen kreuz und quer durch die Welt haben einige Länder einen besonderen Fußabdruck auf meiner Seele hinterlassen haben. Guatemala, Myanmar, Madagaskar – alles Länder, die mit großen Problemen kämpfen und die Menschen ihren Alltag mit einer bewundernswerten Stärke und positiven Ausstrahlung bewältigen. Meine Herzensländer sind nicht unbedingt auch meine Lieblingsreiseländer, die ich bedenkenlos für einen unbeschwerten Urlaub weiterempfehlen würde. Freudige und traurige Eindrücke liegen oft nur Minuten auseinander. Dennoch zählen für mich denau diese Reisen, von denen mehr bleibt als schöne Erinnerungen, zu den wertvollsten Geschenken meines Lebens.

Durch Reisen bin ich dankbarer geworden für unser Leben in Europa, aber auch traurig über die ungerechte Verteilung von Chancen und Wohlstand. Entgegen vieler Vorurteile arbeiten die meisten Menschen in diesen Ländern sehr hart und verdienen dennoch nicht genug, um sich und ihren Familien ein gutes Leben zu ermöglichen. Wer mit offenen Augen reist, sieht sehr deutlich, wie das Leben sein kann, wenn man nicht das Glück hatte, in einem wohlhabenden und freien Land geboren zu sein.

Impressionen aus Madagaskar

Unsere Reise hat uns zu den landschaftlichen Highlights und den schönsten Nationalparks im Westen, Süden und Osten Madagaskars geführt. Wenn du mehr wissen möchtest, kannst du mich gerne kontaktieren!

Lemuren – so vielfältig wie die Insel

Seit Madagaskar vor 150 Millionen Jahren vom afrikanischen Kontinent getrennt wurde, konnten sich auf der Insel über 100 Lemurenarten entwickeln. Die Primaten haben sich perfekt auf die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der Regionen angepasst. Ähnlich wie in Australien die Beuteltiere, konnten die Lemuren auf Madagaskar eine Vielzahl unterschiedlichster Arten hervorbringen. Der kleine Mausmaki bringt gerade mal etwas über 30 Gramm auf die Wage bei einer Körpergröße von ungefährt zehn Zentimetern. Die größte Lemurenart – der Indri – ist etwa 90 cm groß und bis zu neun Kilo schwer und beeindruckt mit seinem Morgengesang, der auf eine Entfernung von mehr als zwei Kilometern zu hören ist. Ich hätte mir vor der Reise nie träumen lassen, dass wir so viele Begegnungen mit unterschiedlichen Arten haben werden!

Die Menschen – Asien trifft Afrika

Die Bevölkerung der Insel ist offiziell in 18 Ethnien unterteilt, die über die ganze Insel verstreut sind. Die ersten Bewohner kamen aus dem Umkreis des indonesischen Archipels und besiedelten hauptsächlich das fruchtbare Hochland. Später kamen Einwanderer aus dem Osten Afrika hinzu, die sich hauptsächlich als Fischer an den Küsten niederließen. Auch heute noch gibt es relativ wenig Misch-Ehen zwischen den Volksgruppen,  daher gibt es nach wie vor viele regionale Besonderheiten.

Neben der faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt sind es die freundlichen Menschen, die Madagaskar zu einem unvergesslichen Land machen. Bei meiner nächsten Reise auf die Insel werde ich einen kleinen Sofortbild-Drucker mitnehmen und die Aufnahmen teilen.

Leider haben sich viele internationale Hilfsorganisationen aus Madagaskar zurückgezogen, weil umfangreiche Projekte unter den dortigen Rahmenbedingungen schwierig zu realisieren sind. Eine tolle Initiative kommt von dem gemeinnützigen Verein Ärzte für Madagaskar mit Sitz in Leipzig, der in verschiedenen Communities die medizinische Versorgung in entlegenen Gebieten im Süden der Insel verbessert. Wer also mal ein paar Euro übrig hat und helfen möchte…

 

 

Oman – eine neue Reise beginnt

Alles auf Anfang

Mit einem breiten Grinsen und einem „Hello, how are you?“ wurde ich am Schalter für das Visa on arrival empfangen. Die Einreise in den Oman war innerhalb weniger Minuten erledigt und mein Gepäck war auch schon da. Wenig später saß ich schon im Mietwagen Richtung Innenstadt.

Was für ein Gegensatz zu den letzten Wochen: tolle Straßen, glänzende Fassaden, Männer tragen Dishdasha und sehen oft sehr elegant damit aus. Es fühlt sich irgendwie an als beginnt eine ganz neue Reise. Und am Abend ist es dann endlich auch so weit, Thorsten kommt aus Frankfurt geflogen und wir reisen nun gemeinsam weiter!

Was sich nicht verändert hat: die Gastfreundschaft der Menschen! „Hello, how are you?“ wird uns die kommenden Wochen ständig begleiten und jeden Tag schütteln wir Hände von Fremden, die uns einfach nett grüßen und in ihrem Land willkommen heißen wollen.

uganda löwe-20

Die Wadis – Oasen in der kargen Landschaft!

Nach zwei Tagen in Muskat hatten wir genug gesehen und machten uns auf die Fahrt durch ein karges Land, das dennoch in vielen Gegenden faszinierende Landschaften bietet. Eine Wohltat für alle Sinne sind die Palmen bestandenen Wadis, die häufig über schöne Wasserstellen verfügen und zu einem erfrischenden Sprung ins kühle Nass einladen. Wer Trubel braucht kann ihn am omanischem Wochenende (Freitag & Samstag) bekommen und gleichzeitig ein wenig in die Seele des Landes blicken. An allen anderen Tagen hat man die schöne Kulisse meist für sich allein.

uganda löwe-13

 

Unterwegs in den Südoman

Von Reiseführern teilweise als wenig einladend beschrieben hat uns die Stadt Sur völlig überrascht. Der Charme der alten Häuser am Meer und die traditionellen Holzboote waren für uns ein echtes Highlight auf der langen Tour entlang der Küste.

Ein sehr eindrückliches Erlebnis war auch die nächtliche Suche nach Schildkröten am Turtle Beach, eine halbe Stunde südlich von Sur. Wir hatten Glück und konnten mit einem Guide insgesamt drei Tiere beobachten: auf dem Weg ins Meer, zum Strand und bei der Eiablage.

Nach zwei längeren Fahrten waren wir in Salalah – dem Ausgangspunkt für unsere Ausflüge im Südoman – angekommen. Nach einem Tag totaler Entspannung am Hotelstrand war die Lust auf neue Entdeckungen schon wieder geweckt. Al Fizayah Beach, einer der schönsten Strände des Landes, war das Ziel.

Schmerz lass nach

Gerade an dem wahrlich traumhaften Strand angekommen, mit Begeisterung auf den Felsen rumgeturnt und fotografiert, da war es passiert: ausgerutscht und mit richtig Schwung mit Hüfte und Rücken auf die Steine geknallt! Ich hätte heulen können vor Wut und mir war schlecht vor Schmerzen, die mich dann auch die nächsten Tage begleitet sollten… Was für ein Mist!

uganda löwe-40

 

Tour in die Wüste

Zu allem Überfluss hatten wir uns für die kommenden Tage einen Guide für eine Tour in die Wüste Rub al Khali gebucht! Doch auch wenn ich nur mit Schmerzen ins Auto ein- und wieder aussteigen konnte – die endlosen Dünen mit ihren intensiven Farben, die absolute Stille und der funkelnde Sternenhimmel waren einfach genial!

Tolle Aussichten im Jebel Shams

Nach über acht Stunden Fahrt durch die Einöde im Landesinneren sind wir nun in den Bergen in der Nähe von Nizwa, der vorletzten Station im Oman. Was bin ich froh, dass ich wieder einen Rucksack aufsetzen kann! Die Wanderung im Jebel Shams heute war einfach großartig – bei angenehmen 20 Grad auf 2000 Metern Höhe und einer frischen Brise konnten wir die traumhaften Ausblicke hoch über der Schlucht doppelt genießen!

Was für schöne Erinnerungen – eine kleine Auswahl meiner Lieblingsbilder

Hilfe, das Ende der Reise naht…

Leider bleiben nun nur noch wenige Tage und dann geht eine tolle Reise zu Ende, die mir so viel länger vorkam als zwei Monate. Mein Kopf ist voller schöner Erinnerungen und ich bin unendlich dankbar, dass mir das Leben soviel Schönes ermöglicht. Und da bekanntlich nach der Reise vor der Reise ist, bin ich zwar über das bevorstehende Ende traurig, freue mich aber auch auf ein paar liebe Menschen zu Hause! 😘

Begegnungen mit Schimpansen, Gorillas und anderen Bewohnern unserer schönen Erde

Zu Besuch bei Schimpansen

Aufgeregt saß ich morgens um 7 Uhr beim Briefing für das Chimp Tracking. Die insgesamt 12 Besucher des Kibale Nationalparks wurden in zwei Gruppen getrennt, die jeweils auf die Suche nach Schimpansen durch den Wald gingen. Zudem sind Fährtenleser unterwegs, die die Guides per Funk über Spuren der Tiere informieren. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit groß, eine Familie zu finden – die Frage ist nur in welcher Zeit!? Wir hatten Glück und standen nach zwei Stunden vor den Schimpansen! Nach den ersten hektischen Aufnahmen – die Tiere könnten ja bei unserem Anblick das Weite suchen – war nun eine Stunde Zeit für stille Beobachtung und Genuss des Augenblicks. Der vertraute und liebevolle Umgang der Tiere miteinander und die Ähnlichkeit von Augen, Ohren, Händen und Füßen mit uns Menschen machten die Begegnung zu einem sehr emotionalen Erlebnis.

Wahnsinn, was für eine schöne Begegnung!

Nach dem Besuch ging die Fahrt weiter in ein Dorf im fünf Stunden entfernten Queen Elisabeth Nationalpark, das schon vor der Einrichtung des Parks bestand und den Menschen weiterhin die Nutzung der Ressourcen ermöglicht.

DSC_6190

Erfolgreiche und weniger erfolgreiche Suche nach Tieren

Tags darauf standen ein Game Drive direkt nach Sonnenaufgang und eine Bootstour im Kazinga Kanal am späten Nachmittag auf dem Programm. Während die Tour am Morgen zwar landschaftlich sehr schön war, brachte aber erst der Nachmittag die erhofften Tiere. Besonders eindrücklich waren die vielen Flusspferde und Büffel, die sich in der Hitze im Nil abkühlten – dazu eine Elefantenherde mit einigen Jungtieren auf dem Rückweg ins Camp.

Die Sichtung von Baumlöwen im südlichen Sektor des Nationalparks war das eigentliche Ziel, aber leider wenig erfolgreich. Die Tiere nutzen die Bäume, um sich an heißen Tagen eine frische Brise um die Nase wehen zu lassen. Ausgerechnet an dem Tag hatte es nachts stark geregnet und deutlich abgekühlt. Keine Hitze, keine Löwen in den Bäumen – dafür wurde der Rückweg mit einem Leoparden belohnt…

Der Weg zum Lake Mutanda, meinem Ausgangspunkt für das Gorilla Tracking, wurde wieder zu einer einzigen nervtötenden Fahrt auf schlechten Schotterpisten: sieben Stunden Schleudergang, der nächste platte Reifen inklusive. Einzige Entschädigung: die schöne und abwechslungsreiche Landschaft…

Den Gorillas auf der Spur

Der lang ersehnte Tag begann mit einem Frühstück um 5:30 Uhr. Nach einer zweistündigen Fahrt in den Bwindi Impenetrable National Park begann das Briefing für das Gorilla Tracking. Nur einige der dort lebenden Familien dürfen jeweils mit maximal acht Personen besucht werden. Die Tour kann zwischen drei bis acht Stunden dauern, je nachdem wo sich die Gorillas aufhalten. Die ersten zwei Stunden ging es fast nur bergauf, dabei lag eine freudige Anspannung in der Luft. Nach einer weiteren Stunde war es dann endlich soweit, die Gorillas waren tatsächlich gefunden! Nun ging es für eine Stunde durch dichtes Buschwerk immer hinterher – Kratzer, Stiche, zerrissene Klamotten, alles egal. Die unvergleichliche Begegnung lässt einfach alles vergessen!

Nach einer Stunde Besuchszeit hieß es leider schon wieder Abschied nehmen. Der Rückweg zum Ausgangspunkt verlief schweigsam, irgendwie war jeder mit sich und den Eindrücken beschäftigt. Dazu hat uns die Natur nochmals Ehrfurcht gelehrt: die letzte Stunde waren ein heftiges Gewitter und tropischer Starkregen unsere Begleiter.

 

Lieblingsort gefunden!

Der letzte Ort meiner Reise durch Uganda wurde dann ein Highlight in mehrfacher Hinsicht. Von meinem idyllisch gelegenen Stelzenbungalow am Lake Mutanda konnte ich den Blick auf Vulkane in drei Ländern – Uganda, Ruanda und Kongo – bewundern. Hier waren Landschaft, Menschen und Stimmung einfach besonders.

Während einer Wanderung tanzen und singen die Kids einer Schule spontan für mich. Und auch sonst grüßt und winkt fast jeder am Wegesrand unterwegs in Uganda. Neben den spannenden Begegnungen mit Tieren, sind es vor allem die freundlichen Menschen, die das Land ausmachen.

 

Nach den vielen Eindrücken geht es nun weiter nach Ruanda und in ein paar Tagen mit dem Flieger weiter nach Sansibar. Ich freue mich so sehr Strand, Meer und Nichtstun – vom Bungalow an den Beach und zurück, mehr Action brauche ich gerade nicht.

Uganda – Liebe auf den zweiten Blick?

Nach über drei Wochen in Asien stand ich nun am Flughafen in Entebbe und wartete auf meinen Koffer. Nein, ich musste nicht hoffen, dass er auch ankam. Ich hab ihn in Addis Abeba beim Einladen gesehen – genau wie vor vier Monaten beim Umstieg nach Madagaskar. Gleicher Flughafen, gleiche Uhrzeit, gleiches Bild. Nur ging es dieses Mal nicht auf die Insel zu meinen lieben Madagassen – schade eigentlich! Schon komisch, obwohl es uns dort so schlecht am Ende der Reise und auch noch danach ging, so sehr hab ich die Insel mit ihren liebenswerten Menschen und Tieren, ihren allgegenwärtigen Problemen und in einigen Teilen überwältigender Schönheit ins Herz geschlossen. Und wenn ich heute Bilder der Reise anschaue, bekomme ich feuchte Augen vor Glück, dass ich das alles sehen und erleben durfte. Madagaskar war Liebe auf den ersten Blick – das ist bei Uganda nicht der Fall. Weshalb kann ich noch nicht mal sagen, aber ich hoffe auf den zweiten Blick!

Jetzt aber wieder ins hier und jetzt: Wie vereinbart hat mich mein Fahrer in Empfang genommen und in die erste Unterkunft gebracht. Wir haben die nächsten Tage besprochen und um nicht im Verkehrschaos der Hauptstadt Stunden zu verlieren, ging es am Tag darauf schon morgens um 6 Uhr los. Ich hatte mir den Wecker auf halb sechs gestellt, wurde aber schon um 5 Uhr vom Besitzer zum Frühstück geweckt. Es gab Kaffee, Toast, ein hart gekochtes Ei und eine Banane 😀

Viele Tiere will ich sehen

Nach fünf Stunden Fahrt gab es eine geführte Wanderung mit einem Ranger zu Nashörnern, die sich in der Mittagssonne in den Schatten verzogen hatten. Schon ein komisches Gefühl, wenn man so ein paar Meter entfernt steht und weiß, dass die eher plump wirkenden Tiere 45 km/h schnell sind.

Nach weiteren drei Stunden Fahrt war das Ziel erreicht: der Murchison Falls Nationalpark. Am nächsten Tag standen ein Game Drive, eine Bootstour und eine Wanderung auf dem Programm. Bei schweißtreibenden 40 Grad war insbesondere letzteres eine echte Herausforderung, die aber mit tollen Ausblicken auf die Wasserfälle belohnt wurde.

Tour Tortur

Den dritten Tag in Folge ging es morgens um 6 Uhr los. Nur dieses Mal leider nicht zu spannendem Tierbeobachtungen, sondern weil knapp 200 Kilometer zum nächsten Ziel zurückgelegt werden mussten und der Fahrer neun Stunden dafür veranschlagt hatte. Wie Recht er behalten sollte: auf halber Strecke hatten wir einen Platten und nach Reifenwechsel musste das aufgeschlitzte Teil repariert werden – irreparabel in Europa, hier wurde die Stelle einfach verklebt und ein Schlauch eingezogen. Hilfe, fährt hier auch ne Bahn? Eine Stunde später ging die Fahrt über die schlechten Stein- und Sandpisten weiter. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit war Fort Barton endlich, endlich erreicht! Ich fühlte mich wie drei Mal im Schleuderprogramm gesessen, war verstaubt und überhaupt: eine Dusche und ein Bier mussten her!

Und wehe die Tortur hat sich nicht gelohnt, morgen gehts zum Trekking und auf die Suche nach Schimpansen…

Nein, nicht das falsche Bild erwischt – die Giraffen wollten auch noch mit in den Blog ♥️ Dazu gabs Löwen, Elefanten und jede Menge Hippos im Murchison Falls N.P. zu sehen.

Von schönen und weniger schönen Orten in Laos

Sehr schön – trotz Kälteeinbruch

Nach drei Nächten im idyllisch gelegenen Nong Khiaw ging es wieder zurück nach Luang Prabang, dieses Mal in einem Kleinbus mit einem eigenen Fahrer und einer lustigen Truppe aus Deutschen, einem Schweizer und der lieben Holländerin Ilona, mit der ich die letzten Tage verbracht hatte. Dort angekommen erwartete uns ein Kälteeinbruch mit Nacht-Temperaturen von unter 10 Grad – was sehr ungewöhnlich für Laos im Februar ist. Darauf waren weder mein Koffer, noch mein Guesthouse vorbereitet. Schlafen mit mehreren T-Shirts und Hose war angesagt, warm wurde mir leider trotzdem nicht!

Glücklicherweise schien am nächsten Tag wieder die Sonne. Eigentlich wollte ich den Tag faul am Pool meiner in den Bergen gelegenen Unterkunft verbringen, doch dafür war es noch zu kühl. Deshalb ging es ein weiteres Mal in die Stadt und am Nachmittag ging die Temperatur doch noch nach oben. Das haben wir dann direkt für ein wärmendes Sonnenbad am Mekong genutzt – gute Laune inklusive!

Der angeheuerte Fahrer war ein Goldstück, die Sitze im Vergleich zum Public Bus ein Traum! Deshalb hatten wir ihn dann auch gleich für die 6 stündige Fahrt von Luang Prabang nach Vang Vieng beauftragt. Die extrem bergige und kurvige Strecke war nicht so schlecht wie erwartet, was auch an der umsichtigen Fahrweise unserer Fahrers lag.

Ernüchternde Tage in Vang Vieng

Wer kennt das nicht: im Reiseführer in höchsten Tönen gelobt, mit großen Erwartungen angereist und dann kommt die große Enttäuschung? Willkommen in Vang Vieng! Nach Jahren als Drogenhochburg für Party wütige Australier sollte es ruhig geworden sein in der kleinen Stadt inmitten von traumhaft schönen Karstbergen. Fehlanzeige! Statt bekiffter Aussies gibts nun hunderte von Chinesen und Koreaner, die mit Mopeds und Buggys über die staubigen Pisten der Gegend rasen. Und mit rasen meine ich rasen! Es könnte so schön idyllisch sein, doch der Lärm und der Staub machen die Radtouren zu einem eher wenig erfreulichen Vergnügen – auch wenn die Bilder etwas anderes vermitteln. Schade, dass die von der laotischen Regierung angekündigte nachhaltige Entwicklung der Gegend alles, aber nicht nachhaltig ist.

Die Höllenfahrt nach Vientiane

Mit sehr viel Verspätung ging es los in Richtung Hauptstadt und der Fahrer des Kleinbusses gab wirklich alles, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Mit Tempo 110 durch Dörfer und kleinere Städte, die Hand ständig auf der Hupe und mit wilden Überholmanövern in unübersichtlichen Kurven rasten wir Vientiane entgegen. Reisen kann auch ganz schön an die Nerven gehen! Ziemlich fertig mit der Welt ging es dann nach Ankunft im Hotel direkt an den Pool, Bier bestellt und in die Sonne geblinzelt.

Tags darauf war mir dann wieder nach neuen Eindrücken und so machte ich mich nach dem Frühstück direkt auf den Weg, die beschauliche Hauptstadt zu erkunden. Nach ein paar Stunden war ich aber auch durch, genug Tempel gesehen. Mir stand der Sinn mehr nach Pool und Sonne, dort lagen auch schon Kathrin und Maria, die ich in der Unterkunft in Luang Prabang kennengelernt und hier wieder getroffen hatte.

Den restlichen Tag habe ich dann mit den beiden verbracht. Vor dem Essen wollten wir uns alle eine schöne Massage gönnen, die war dann aber so ein Reinfall, dass uns umso mehr nach schlemmen war: Spring Rolls, Green Papaya Salad, Red Curry with Chicken und Sticky Rice Mango waren dann auch ausgesprochen lecker 😂. Und mit diesem schönen Abend war die Reise durch Laos fast zu Ende. Heute ist der 8. Februar und um 14:45 Uhr geht mein Flieger nach Bangkok, der nächsten Station meiner Reise…

Unterwegs in Laos

Tempel und Wasserfälle in Luang Prabang

Nach der beschaulichen Flussfahrt auf dem Mekong standen an den beiden folgenden Tagen in Luang Prabang wieder zahlreiche Tempelbesichtigungen auf dem Programm. Nach fast 15 Jahren seit meinem letzten Besuch war ich gespannt, wie die wachsenden Besucherzahlen die Stadt verändert hatten. Auch dank Air Asia und Co. sind sie nun in den Hotspots Asiens allgegenwärtig: die Chinesen – meist in großen Gruppen, laut und irgendwie nervig. Glücklicherweise gab es in Luang Prabang eine ganz simple Lösung zu entkommen: Tempelbesichtigungen direkt nach Öffnung oder kurz vor dem Schließen, noch besser: während der Mittagszeit. Dann sitzen sie alle beim Frühstück oder Mittagessen und so konnte ich die traumhaft schönen Tempel in aller Ruhe besuchen und tolle Bilder machen. Die Stadt ist immer noch ein absolutes Highlight und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Was für die Tempel gilt sollte auch für die 30 Kilometer entfernten Wasserfälle passen. Direkt am frühen Morgen war ich zusammen mit einer Schweizerin mit dem Tuktuk aufgebrochen und so hatten wir die Fälle und Pools noch ganz für uns – ein Traum!

Wandern in der Umgebung von Nong Khiaw

Mit dem Minivan ging es am nächsten Tag weiter nach Nong Khiaw. Ich war schon ganz froh, dass ich den Sitz neben dem Fahrer ergattert hatte und so dachte ich, die vier Stunden Fahrt gehen schnell und mit ausreichend Beinfreiheit vorbei. Da wusste ich noch nicht, dass der Kindersitz zwischen mir und dem Fahrer ebenfalls verkauft wurde – an einen kräftigen jungen Mann, der nun eingequetscht dazwischen Platz nahm. Zunächst waren wir beide genervt, weil wir uns keinen Zentimeter bewegen konnten. Nach kurzer Zeit kam zum Glück die gute Laune zurück und so wurde die Fahrt dann zwar anstrengend, aber immerhin noch unterhaltsam.

In Nong Khiaw angekommen habe ich mich direkt auf die Suche nach einer Tour für den nächsten Tag gemacht. Beim ersten Veranstalter bin ich auch schon direkt fündig geworden und habe eine Fahrt auf dem Nam Ou River inklusive einer 4 stündigen Wanderung zu einem Bergdorf gebucht. Nach anfänglichem Nebel und ziemlicher Kälte am nächsten Morgen auf dem Boot kam pünktlich zur Wanderung die Sonne raus und hat ordentlich eingeheizt. Mein Guide konnte super Englisch und hat den ohnehin schon schönen Tag mit spannenden Geschichten aus dem laotischen Alltag bereichert.

Tag drei in den Bergen begann mit einer Wanderung zu einem fantastischen Viewpoint mit 360 Aussicht. Der steile Aufstieg hatte es in sich, dafür war der Blick in alle Richtungen einfach mega genial! Zurück in Nong Khiaw gab es entgegen der ursprünglichen Planung zur Belohnung einen Nachmittag am Pool. Im Nachhinein war die Entscheidung, einfach mal faul in der Sonne zu liegen goldrichtig, denn die nächsten Tage sollten mich Kälte am Tag und noch mehr Kälte in der Nacht begleiten…